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      Wasserwelten

      Die Spree - Sinfonie eines Flusses
      von Gerd Conradt

      Im ersten Satz der Film-Sinfonie berichten Menschen von ihrem Le- ben am und mit dem Fluss - ein Bo- denkundler aus dem Spreewald, ein Fischer vom Neuendorfer See, ein Biologe, der die Flusssohle erforscht.

      Im zweiten Satz der Spreesinfonie erleben wir den Fluss wie in einem Stummfilm. Der Regisseur überlässt es Musik und Bildern, der Spree Charakter und Stimme zu verleihen. Noch einmal folgen wir ihrem Lauf, erinnern uns an Begegnungen, ent- decken das schimmernde Antlitz von „Lady Spree“ in seinen vielfältigen Variationen, im Wechsel der Jahres- zeiten. Die Filmmusik von Karsten Gundermann, gespielt von der Dresdner Philharmonie, unterstreicht die eindrucksvollen Bilder. Dem Zu- schauer wird Zeit gegeben, über das Wesen eines Flusses nachzudenken, sich seinem Strömen hinzugeben, mit der Spree zu fließen, getragen von der Musik.

      Die Spree - Sinfonie eines Flusses - ein Film von Gerd Conradt - ©Gerd Conradt/majade

      Einer Sorbischen Sage nach, fertigte zur Verteidigung seiner Stadt Budis- in, dem heutigen Bautzen, der Riese Sprejnik Pfeile und Bogen an. Um seine Waffen zu testen, schoss er ei- nige Pfeile in Richtung des Oberlau- sitzer Berglandes ab, wo sie später von Menschen geborgen wurden. Beim Ausgraben der großen Ge- schosse stießen sie an mehreren Stellen auf Wasser, das sich in Bä- chen zu einem Fluss vereinte. Fortan nannten die Einheimischen den Fluss zu Ehren des Riesen: Spree.

      Premiere im Radialsystem, Gerd Conradt & Komponist Karsten Gundermann - ©Gerd Conradt/majade

      Von allen Wassern sind die Flüsse dem Menschen besonders verbun- den: sie sind die Lebensadern der Erde. Mit ihrer andauernden Beweg- lichkeit erfrischen sie Körper und Geist, sie sind von magischer An- ziehungskraft. An ihren Ufern ent- standen Städte und Dörfer - Sagen und Legenden ranken sich um ihren Lauf. Es ist ihr stetes Fließen durch Raum und Zeit, das Flüsse zu Sinn- bildern des Lebens werden lässt.

      Die Spree durchläuft einen fast 400 km langen Weg von ihrer Quelle am Berg Kottmar bis zur Mündung in die Havel in Berlin. Die Geschichte des Hauptstadtflusses ist eng mit der deutschen Teilung verbunden. Die Spree war Grenze zwischen Ost- und West-Berlin.

      vereiste Spree - ©Gerd Conradt/majade

      Die Spree ist Tränke, Wasserstraße und Arbeitsplatz. Ihr belebendes und zerstörendes Element bringt Fluch und Segen. Von der Quelle bis zur Mündung, von der Geburt bis zum Tod, durchströmt sie Zeit und Erin- nerung der Menschen am Fluss.

      Chor „Concordia“, Burg/Spreewald - ©Gerd Conradt/majade

      Der Mensch stellt Netze, baut Däm- me, Brücken – dem Fluss ein neues Bett, um an ihm und von ihm zu le- ben. Im engen Kontakt wird auch er geprägt vom Fluss, dessen Ge- schichte sich jeden Tag neu erzählen lässt – aber niemals fassbar wird.

      Wolfgang Richter, Fischer auf dem Neuendorfer See - ©Gerd Conradt/majade

      Trotz der Entwicklung eines ganz- heitlichen Umwelt-Bewusstseins fehlt dem Menschen oftmals der Bezug zu seiner unmittelbaren Umgebung. In- dem die Frage gestellt wird, was gut ist für den Fluss, beinhaltet die Ant- wort auch, was gut ist für uns. Bewusst-Sein, das ist es, wovon der Fluss erzählt.

      Dr. Martin Pusch, Biologe auf der Müggelspree - ©Gerd Conradt/majade

      Der Mensch schafft künstliche Wel- ten und verliert dabei die natürliche Verbindung zum Wasser. Solange er sie nicht wiedererlangt, ist sein Le- ben unvollständig, auch wenn er die- sen Mangel nicht deutlich begreift.

      Dr. Manfred Werban im Braunkohle Tagebau Nochten in der Lausitz - ©Gerd Conradt/majade
      Braunkohleabbau in der Lausitz - ©Gerd Conradt/majade
      Braunkohleabbau in der Lausitz - ©Gerd Conradt/majade

      Das Wasser ist der Spiegel aller Din- ge. Es verdoppelt die untergehende Sonne, die Tiefe des Himmels. Im Fluss spiegelt sich der ganze Mensch – sein Äußeres ebenso wie seine ge- heimsten Sehnsüchte und Wünsche. Die Gestalt des Wassers ist Wand- lung.

      Kraftwerk Boxberg - ©Gerd Conradt/majade

      Im fließenden Wasser spiegeln sich ziehende Wolken – Himmelsflüsse. Sie kommen vom Meer und bringen das Wasser zurück an seinen Aus- gangsort, füllen die Quellen. Wie kann ein Fluss, der sich unaufhörlich verströmt und erneuert, dennoch ein- und derselbe sein?

      Jochen Schümann, mehrfacher Olympiasieger und Gewinner des World Cup - ©Gerd Conradt/majade

      Fließendes Wasser trägt Gedanken mit sich fort zu neuen Ufern. Wie die Erinnerung den Menschen so durch- strömt der Fluss die Landschaft, ruft einen Kosmos von Bildern und Emo- tionen wach. Diese Flut versuchen Filme für den Menschen sichtbar zu machen. Im Film erscheint Vergan- genheit als Gegenwart.

      Götz George zum Film „Alter Kahn und junge Liebe“ (1957) - ©Gerd Conradt/majade

      Die Spree –
      Sinfonie eines Flusses

      2007, 85 Minuten, Format HD

      Mit

      Götz George
      Dr. Martin Pusch
      Wolfgang Richter
      Jochen Schümann
      Dr. Manfred Werban
      Chor „Concordia“ Burg, Spreewald

      Buch und Regie

      Gerd Conradt

      Kamera

      Hans Rombach bvk

      Komposition

      Karsten Gundermann

      Orchester

      Dresdner Philharmonie

      Dirigent

      Michael Sanderling

      Schnitt

      Astrid Vogelpohl

      Ton

      Jürgen Schönhoff
      Paul Oberle
      Robert Cibis

      Sprecherin

      Anna Thalbach

      Tonmischung und Sound Design

      Lutz Glandien

      Produktionsleitung

      Sebastian Gassner
      Daniela Schulz

      Redaktion RBB

      Rolf Bergmann

      Produzent

      Heino Deckert

      Eine Koproduktion von

      ma.ja.de. filmproduktion
      RBB
      Koppfilm

      Gefördert durch

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      Entwicklung gefördert durch das Medienboard Berlin-Brandenburg und die Mitteldeutsche Medienför- derung (MDR)
      Weltvertrieb – Deckert Distribution, www.deckert-distribution.com

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